Umgangsformen und Wertschätzung in deutschen Unternehmen

Die Zufriedenheit eines Mitarbeiters im Betrieb steht und fällt damit, inwieweit er sich wertgeschätzt fühlt. Und dazu gehört nach einheitlicher Meinung der Personalchefs deutscher Unternehmen ein fairer Umgang.

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Studie: Erfolgsfaktor Wertschätzung

Die Umgangsformen sind für viele Personalchefs ein wesentlicher Grund für demotivierte Mitarbeiter. Nicht anerkannte Leistungen werden dabei häufig als Hauptgrund genannt. Ein weiterer Grund ist, dass Vorschläge und Meinungen der Mitarbeiter häufig nicht geschätzt oder ignoriert werden. Dies zeigen auch die Ergebnisse der Studie „Erfolgsfaktor Wertschätzung“ [1], für die im Auftrag der Personalberatung Rochus Mummert rund 100 HR-Führungskräfte aus mittelständischen Unternehmen befragt wurden.

Laut der Studie wird in nur 54 Prozent der deutschen Unternehmen ein wirklich wertschätzender Umgang gepflegt. In mehr als zehn Prozent der befragten Unternehmen wird das tägliche Miteinander nur als ausreichend oder sogar mangelhaft bewertet.

Natürlich fälscht die Messung dieser Werte in einer solchen Studie auch das Ergebnis – ähnlich wie es uns die „Heisenbergsche Unschärferelation“ in der Physik lehrt. Sehr wahrscheinlich wird nicht jeder Befragte wahrheitsgemäß geantwortet haben wie es in seinem Unternehmen zugeht. Zudem haben die Befragten subjektive Meinungen die nicht immer repräsentativ für das ganze Unternehmen sind. Dennoch sagt das Ergebnis einiges über den Umgang in deutschen Unternehmen aus.

Eine Wertschätzende Kultur als Schlüssel zu wirtschaftlichem Erfolg

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Auf die Frage, ob Unternehmen mit einer eindeutig wertschätzenden Kultur die wirtschaftlich erfolgreicheren Unternehmen seien, hätten neun von zehn der befragten HR-Manager/innen mit „ja“ (56 Prozent) oder „eher ja“ (38 Prozent) geantwortet. Nur 6 Prozent der Befragten trafen die Aussage keinen Zusammenhang zwischen gutem Betriebsklima und guten Bilanzen zu sehen.

Über den gewonnenen Einblick in die befragten Unternehmen sagt der Studienleiter und Partner der Personalberatung Rochus Mummert Stephan Witte: „Unsere Studie bestätigt den Eindruck aus der täglichen Praxis, dass viele Unternehmen das Potenzial einer wertschätzenden Unternehmenskultur zwar erkannt haben, die Verankerung im eigenen Betrieb dann aber doch nicht so recht gelingt“.

Wertschätzung in den Hierarchieebenen der Unternehmen

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Bei Unternehmen die keinen Wert auf eine Wertschätzende Kultur legen besteht meiner Meinung nach die Gefahr, dass auch die Mitarbeiter Ihren Führungskräften keine Wertschätzung und Respekt mehr entgegenbringen oder diese nur vorspielen. Das wirkt sich negativ auf die “Streitkultur“ in Unternehmen aus, da demotivierte Mitarbeiter häufig nicht Ihre wahre Meinung vertreten. Dies kann starke negative Auswirkungen auf den Erfolg eines Unternehmens zur Folge haben. Meinungsaustausch und Wertschätzung zwischen Führungskräften und Mitarbeitern ist ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg von Unternehmen.

Die Studie besagt weiter, dass Wertschätzung am besten auf der gleichen Hierarchieebene funktioniere. Problematischer sei es zwischen Mitarbeitern und Führungskräften. Dr. Linus Gemmeke, ein weiterer Studienleiter und Partner bei Rochus Mummert, stellt hier einen Punkt in den Vordergrund: „Die fehlende Wertschätzung ist nicht nur dem Klischee folgend von oben nach unten zu beobachten, sondern auch von unten nach oben. Kurz gesagt: Viele Mitarbeiter lassen ihren Vorgesetzten in seiner Chefrolle emotional verhungern.“

Fazit der Studie

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Wie kann eine wertschätzende Kultur in Unternehmen nachhaltig erhalten und gefördert werden? Personalberater Witte sagt dazu, dass Wertschätzung zwar eine erlernbare Haltung sei, sie funktioniere aber nicht schlicht nach Fahrplan. Wer als Vorgesetzter immer Freitagmittags zur großen Wertschätzungsrede ansetze, wirke schnell nicht mehr glaubwürdig. „Viel wichtiger ist es, im persönlichen Gespräch zu ergründen, wie jeder einzelne Kollege oder Mitarbeiter gelobt und wertgeschätzt werden möchte“, fügt Gemmeke hinzu. Die Erfolgsformel sei also die Kombination aus Authentizität und Individualität, so Gemmeke weiter.

Es ist also für Führungskräfte und Mitarbeiter wichtig ein Fingerspitzengefühl zu entwickeln wie ein respektvoller und wertschätzender Umgang miteinander gelingen kann. Eine einfache Lösung gibt es nicht, allerdings ist es wichtig sich mit diesem Thema zu befassen. Meiner Meinung nach kann eine wertschätzende Kultur auch die Recruitingkosten in Unternehmen deutlich senken, denn hier wird Loyalität den Arbeitgebern gegenüber aufgebaut und ein Mitarbeiter wird sich genau überlegen ob er einen solchen Arbeitsplatz verlassen möchte. Außerdem fungieren motivierte, sich Wertgeschätzt fühlende, Mitarbeiter oft auch als Markenbotschafter.

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Quellenangabe:

  1. https://www.rochusmummert.com/downloads/news/161107_PI_HR_Panel_1_FINAL.pdf